Der Geschäftsführer einer GmbH hat mit der Sorgfallt eines ordentlichen Geschäftsmannes die Geschicke der Gesellschaft nach § 43 I GmbHG zu leiten

7. September 2015 Aus Von

Der Geschäftsführer einer GmbH ist der gesetzliche Vertreter der Gesellschaft. Er vertritt die GmbH als deren Organ. Auch beim GmbH-Verkauf und der Anteilsübernahme verbleibt er bis zur Abberufung im Amt. Das Gesetz versucht in § 43 GmbHG gewisse Maßstäbe für eine ordnungsgemäße Geschäftsführung vorzugeben. Die wichtigste Vorgabe beinhaltet allgemein die Verpflichtung des Geschäftsführers, die Angelegenheiten der Gesellschaft mit der <strong>Sorgfalt eines ordentlichen Grafschaftsmanns</strong> zu führen. Verletzt der Geschäftsführer diese Sorgfaltspflicht, haftet er der Gesellschaft für den entstandenen Schaden. Beispielhaft führt das Gesetz in § 43 III GmbHG auf, dass der Geschäftsführer schadenersatzpflichtig ist, wenn er gegen das Kapitalerhaltunggebot verstößt.

Diese Haftung ist darin begründet, dass der Geschäftsführer in verantwortlich leitender Position selbstständig fremde Vermögensinteressen treuhänderisch wahrnehmen muss. Als Geschäftsführer verwaltet er das Vermögen der Gesellschafter der GmbH.

Der Grundsatz, dass der Geschäftsführer mit der Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmanns handeln muss, beinhaltet ein verschärfte Haftung gegenüber § 347 HGB. Diese Vorschrift schreibt vor, dass derjenige, der ein Handelsgeschäft führt, für die Sorgfalt eines ordentlichen <strong>Kaufmanns</strong> einzustehen hat. Dieser feine rechtliche Unterschied bedeutet, dass der GmbH-Geschäftsführer die Geschäfte ordnungsgemäß im Sinne der Vorgaben des Gesetzes führen muss. Dies bedeutet nicht, dass er wirtschaftlich erfolgreich sein muss. Für wirtschaftliche Misserfolge ist er nicht haftbar. Bei der Geschäftsführung ist ihm ein weiter Ermessensspielraum eingeräumt, den er im Rahmen der Geschäftsordnung, der Satzung und der Gesellschafterweisungen erfüllen muss.

Die Schadensersatzpflicht setzt schuldhaftes Verhalten voraus. Der Fahrlässigkeitsvorwurf ist einerseits nach dem objektiven Mindestmaßstab des ordentlichen Geschäftsmann zu beurteilen, andererseits ist auch ein subjektiver Maßstab anzulegen, bei dem der Geschäftsführer auch seine besonderen individuellen Fähigkeiten einzusetzen hat. Der Einwand, der Geschäftsführer sei überlastet gewesen oder habe keine ausreichende Kompetenz besessen, entschuldigt nicht.

Ansonsten ist der Geschäftsführer allgemein der Gesellschaft zur Treue verpflichtet und hat für die bestmögliche Verwirklichung des Gesellschaftszwecks zu sorgen. Gegenüber Außenstehenden ist er verpflichtet, vertrauliche Informationen zu bewahren. Im Innenverhältnis darf er seine Organstellung nicht zum Nachteil der Gesellschaft für eigennützige Zwecke missbrauchen (Darlehensgewährung zu Mininalzinsen an sich selbst, Entgegennahme von Provisionen oder Schmiergeldern von Dritten).

Außerdem muss er die von der Gesellschafterversammlung vorgegebenen Weisungen ausführen. Als Geschäftsführer kann er nur über die laufende Geschäftsführung, die der gewöhnliche Betrieb des Handelsgewerbes der GmbH mit sich bringt, alleine entscheiden.

Auch das Gesetz selbst weist dem Geschäftsführer einige Einzelaufgaben ausdrücklich zu. Diese muss er zum Teil im öffentlichen Interesse immer erfüllen, selbst dann, wenn die Gesellschafter anderweitige Weisungen erteilen. Zu diesen Aufgaben gehört die Aufstellung des Jahresabschlusses, die Einberufung der Gesellschafterversammlung, die Bewahrung des Stammkapitals vor verbotenen Auszahlungen, die Verhinderung des verbotenen Eigenerwerbs von Anteilen, die Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Buchführung und insbesondere die Insolvenzantragspflicht bei Feststellung der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung der Gesellschaft. In der Liquidation der Gesellschaft wird er meist als Liquidator bestellt.