GmbH Nachfolger

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Die demographische Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die Existenz von Kapitalgesellschaften. Versterben die Gesellschafter als Anteilseigner einer GmbH, fallen ihre Gesellschaftsanteile eigentlich in den Nachlass. Die Erben werden Gesellschafter. Diese Konsequenz ist nicht immer erwünscht. Wer Gesellschafter ist, hat auch immer eine gewisse Verantwortung, vor allem dann, wenn die Gesellschaft ihre wirtschaftlichen Aktivitäten eingestellt hat und als GmbHMantel nur noch auf dem Papier existiert. Für die Gesellschafter eines solchen GmbHMantels kann es daher von Bedeutung sein, rechtzeitig den Generationswechsel einzuleiten und einen Nachfolger zu finden.

Wozu Mantelkauf?

Der Verkauf einer GmbH ist für Dritte, beispielsweise Existenzgründer, eine interessante Angelegenheit. Wer die Nachfolge als Gesellschafter antritt, erspart sich den bürokratischen Gründungsaufwand für die Eintragung einer neu gegründeten GmbH in das Handelsregister. Immerhin besteht das Risiko, dass die Gründer einer GmbH im Gründungsstadium auch persönlich für Verbindlichkeiten haften, die eigentlich die GmbH treffen sollten. Erst mit der Eintragung ins Handelsregister erlischt dieses Haftungsrisiko. Mit dem Erwerb einer im Handelsregister bereits eingetragenen MantelGmbH besteht dieses Risiko nicht. Auch kann mit dem Verkäufer die Einarbeitung der Geschäftsführung vereinbart werden, wenn der Käufer den Sprung ins kalte Wasser scheut.

Beim Verkauf und Erwerb einer MantelGmbH ist unbedingt eine gewisse Problematik zu berücksichtigen. Eine MantelGmbH ist im Grundsatz eine GmbH, die als solche im Handelsregister eingetragen ist, aber keinen Unternehmensgegenstand außer der Verwaltung des eigenen Vermögens mehr hat. GmbHMäntel haben den Zweck, später dazu verwendet zu werden, mit einem neuen Unternehmensgegenstand einen neuen Geschäftsbetrieb auf die Beine zu stellen und dem neuen Anteilseigner die üblichen Gründungsformalitäten zu ersparen. Ein solcher GmbHMantel kann entweder von vornherein als solcher gegründet werden (Vorratsgründung), oder er entsteht durch Einstellung des Geschäftsbetriebs und Verkauf des noch vorhandenen Gesellschaftsvermögens.

Wie geht der Verkauf vonstatten?

Die Anteilsübertragung muss notariell beurkundet werden. Wichtig ist, dass sämtliche im Zusammenhang mit dem Anteilsübertrag verbundenen Vereinbarungen einschließlich aller Nebenabreden beurkundet und im Notartermin verlesen werden müssen. Alles was nicht beurkundet wurde, ist aus juristischer Sicht gegenstandslos.

Worauf ist zu achten?

Dabei ist darauf hinzuweisen, dass die steuerlichen Möglichkeiten, eventuell bestehende steuerliche Verlustvorträge der MantelGmbH zu verwerten, zwischenzeitlich stark eingeschränkt sind. Nach § 8 IV KStG setzt der Verlustabzug voraus, dass die GmbH wirtschaftlich mit der Gesellschaft identisch ist, die den Verlust erlitten hat. Diese wirtschaftliche Identität fehlt, wenn mehr als die Hälfte der Anteile übertragen werden und die GmbH ihren Geschäftsbetrieb mit überwiegend neuem Betriebsvermögen fortführt oder wieder aufnimmt. Eine Ausnahme besteht dann, wenn neues Kapital zugeführt wird und damit die Sanierung des Geschäftsbetriebes ermöglicht wird.

Ungeachtet dessen sind die wirtschaftlichen Verhältnisse der MantelGmbH immer im Detail zu prüfen. Nur so lassen sich spätere Überraschungen vermeiden. Immerhin besteht das Risiko, dass der Käufer gleichsam einem Gründer in der Gründungsphase persönlich haftet, wenn das Stammkapital beim Erwerb des GmbH-Mantels nicht in voller Höhe erhalten war (Unterbilanzhaftung). Besonders gefährdet sind Käufer, die eine vermögenslose Gesellschaft erworben haben. Hier droht die Löschung von Amts wegen im Handelsregister. Alle diese Probleme lassen sich vermeiden, wenn die Verhältnisse im Vorfeld verkäuferseits ehrlich offen gelegt und käuferseits im Detail überprüft werden können.

Fazit

Alles in allem ist der Verkauf einer MantelGmbH für den Verkäufer ein Weg, aus der Existenz seiner Gesellschaft ein gewisses Kapital zu schlagen. Er erspart sich die aufwändige und umständliche Liquidation und vermeidet das Risiko, irgendwann insolvenzrechtlich vielleicht Probleme zu bekommen. Für den Käufer einer MantelGmbH bietet sich der Vorteil, dass er sofort mit seinem Geschäftsbetrieb starten und auf das umständliche Gründungsprocedere verzichten kann und seine persönliche Haftung als Geschäftsführer vermeidet.