Warum ist eine UG „tödlich“ für eine Privatperson als Inhaber?

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Die Unternehmergesellschaft, kurz als „UG“ bezeichnet, ist die deutsche Antwort auf die englische Limited. Nachdem vor allem Existenzgründer den Kostenaufwand für die Gründung einer ordentlichen GmbH als zu hoch empfunden haben, sind viele auf den Zug aufgesprungen und gründeten in England eine Limited. Als Stammkapital genügt ein Pfund.

Wer diesen Weg gegangen ist, dürfte ziemlich schnell festgestellt haben, dass auch eine Limited nicht das Gelbe vom Ei ist. Die Handhabung ist außerordentlich schwierig. Dies beginnt bereits damit, dass sämtliche Schriftstücke hin und her übersetzt werden müssen und ohne fachliche Hilfe fast nichts zu bewerkstelligen ist. Außerdem muss in Deutschland eine Niederlassung eingetragen werden, die faktisch wie eine GmbH mit allen einhergehenden Pflichten behandelt wird.

Aber auch wer als Alternative zur GmbH eine Unternehmergesellschaft gründet, riskiert oft ein böses Erwachen. Die scheinbaren Vorteile sind trügerisch. Das erforderliche Stammkapital von allenfalls einem Euro ist zugegebenermaßen vorteilhaft. Auch ist der Gründungsvorgang schnell und kostengünstig erledigt. Mit der Gründung übernimmt der Gründer als Geschäftsführer aber eine hohe Verantwortung, insbesondere gegenüber seiner eigenen Person. Viele haben sich bereits dadurch persönlich und privat ruiniert. Wer als Geschäftsführer Fehler macht, haftet nämlich persönlich und privat gegenüber den Gläubigern der UG.

Das Problem liegt bereits darin begründet, dass ein Start als Unternehmer ohne Eigenkapital wenig sinnvoll ist. Bereits dies ist der Grund, weshalb viele UG´s in der Insolvenz enden. Laut Creditreform ist die Insolvenzquote 4 bis 5 Mal höher als bei der GmbH. Es genügt schon, wenn die Gesellschaft den Gründungsaufwand trägt und die Kosten das aufgebrachte Stammkapital übersteigen. Bereits dann ist die UG überschuldet.

Ein außerordentliches Risiko liegt darin, dass der Gründer von seinen geschäftlichen Aktivitäten seinen Lebensunterhalt bestreiten muss. Er entnimmt also der Kasse fortlaufend Geld. Dabei übersehen die UG-Geschäftsführer gerne, dass die UG maximal drei Viertel ihres Gewinns überhaupt ausschütten darf. Ein Viertel des Jahresgewinns muss als Rücklage in der UG einbehalten werden. Aus der UG soll nämlich im Laufe der Zeit eine Voll-GmbH heranwachsen. Unrechtmäßig ausgeschüttete Gewinne muss der Geschäftsführer persönlich an die UG erstatten. In der Insolvenz kann ein Insolvenzverwalter die Forderung zwangsweise geltend machen.

Und überhaupt: Wer als Jungunternehmer auf Kredit angewiesen ist, wird in aller Regel nicht darum herumkommen, für den der UG gewährten Kredit persönlich die Bürgschaft zu übernehmen. Kreditinstitute betrachten die Kreditwürdigkeit von UG`s gerade wegen des geringen Stammkapitals als äußerst fragwürdig.

Wer diese Risiken angemessen würdigt, dürfte schnell zu dem Schluss kommen, dass es weitaus sinnvoller ist, in der Rechtsform einer GmbH zu agieren und UG-typische Risiken und vornherein auszuschalten. Das für die GmbH-Gründung bzw. einen GmbH-Kauf notwendige Stammkapital ist insoweit eine gute Investition.