Warum keine Vorratsgesellschaft

4. September 2015 Aus Von

Wer es eilig hat, muss aufpassen. Man stolpert schnell. Auch wer schnellstmöglich eine GmbH braucht, muss achtgeben, dass er mit Bedacht vorgeht. Eine Neugründung Ist angesichts der bürokratischen Hürden oft zeitaufwändig. Also bietet es sich geradezu an, eine GmbH zu kaufen. Angebote gibt es viele. Dabei darf nicht übersehen werden, dass auch der Kauf einer Gesellschaft bereits eine unternehmerische Investition darstellt, die wohl überlegt sein will.

Die Masse der Angebote beinhaltet den Verkauf von Vorratsgesellschaften. Eine Vorratsgesellschaft ist eine Gesellschaft, die entweder irgendwer auf Vorrat gegründet hat, ohne bei der Gründung die Absicht gehabt zu haben, mit dieser Gesellschaft unternehmerisch tätig zu werden. Vielmehr wird sie gegründet, in der Erwartung, dass ein potentieller Unternehmer diesen Mantel einer GmbH kauft, indem er deren Gesellschaftsanteile übernimmt. Oder es handelt sich um eine Gesellschaft, die ihren Geschäftsbetrieb vor langer Zeit eingestellt hat und nun wiederbelebt werden soll. Mit einer Vorratsgesellschaft lässt sich durchaus starten. Dennoch ist sie nicht gerade das Gelbe vom Ei.

Der Nachteil einer Vorrats-GmbH besteht darin, dass sie über keinerlei Bonität verfügt. Die Gesellschaft ist im Geschäftsverkehr vollkommen unbekannt und wird von jeder Bank als zunächst kreditunfähig bewertet. Der neue Gesellschafter muss die Bonität also erst mühsam aufbauen.

Dieser Nachteil lässt sich ausgleichen, indem der Interessent eine bereits bestehende und im Idealfall möglichst noch aktive GmbH erwirbt. Eine solche Gesellschaft ist im Geschäftsverkehr bekannt und verfügt, wenn sie zuvor erfolgreich tätig war, neben einer damit verbundenen Reputation über eine brauchbare Bonität. Diese Bonität kann der Erwerber unmittelbar nutzen. Vor allem verfügt eine solche Gesellschaft über eine aussagefähige Bilanz. Sie lässt mindestens erwarten, dass der Erwerber in die Fußstapfen des Vorgängers eintritt und weiterhin erfolgreich agiert.

Natürlich kauft man eine solche GmbH nicht vom Kaufmann an der Ecke. Vielmehr empfiehlt sich, auf das Angebot eines spezialisierten Anbieters zurückzugreifen. Angebote dieser Art sind idealerweise vorgeprüft und gewährleisten, dass der Erwerber weiß, was er kauft. Die Gesellschaften werden regelmäßig im Wege von Abfragen bei renommierten Auskunfteien auf ihren wirtschaftlichen Hintergrund gecheckt. So wird sichergestellt, dass es keine versteckten Verbindlichkeiten gibt und der Erwerber keine unliebsamen Überraschungen in Kauf nehmen muss. Insoweit ist die Bonität einer Gesellschaft ein entscheidender wertbildender Faktor.