Welche Risiken trägt der Gesellschafter?

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Wer eine GmbH kauft, will unternehmerisch tätig werden. Auch der GmbH-Kauf ist eine Investitionsentscheidung. Die Prüfung der wirtschaftlichen Grundlagen der ins Auge gefassten Gesellschaft ist unabdingbar. Noch besser ist es, wenn diese Prüfung bereits erfolgt ist und der Kaufinteressent mit dem Kauf der Gesellschaft sofort ins Unternehmerleben starten kann. Der Spruch,“im Leben ist nichts ohne Risiko“, hat gerade im GmbH-Recht eine besondere Relevanz.

Zwar ist der Gesellschafter einer GmbH haftungsrechtlich weitgehend aus der Schusslinie und wird durch den Geschäftsführer weitgehend geschützt. Dennoch ist blindes Vertrauen riskant.

Beim Kauf einer GmbH ist der Zeitfaktor oft das maßgebliche Motiv. Der Käufer erspart sich den meist hohen Gründungsaufwand. Insbesondere erspart er sich die persönliche Haftung in der Zeit bis zur Eintragung der GmbH ins Handelsregister. Bis zur Eintragung haften nämlich zumindest der Geschäftsführer als im Rechtsverkehr handelnde Person, aber auch der Gesellschafter, wenn er zugleich Geschäftsführer ist. Ansonsten bleibt der Gesellschafter außen vor, auch wenn er der Handlung zugestimmt hat.

Ein Risiko für die Gesellschafter besteht in der Unterbilanzhaftung für den Fall, dass er einen leeren GmbH-Mantel übernehmen sollte. Die Rechtsprechung sieht darin eine wirtschaftliche Neugründung und fordert den Nachweis des satzungsgemäßen Stammkapitals. Besteht zum Zeitpunkt einer solchen wirtschaftlichen Neugründung eine Deckungslücke zwischen dem vorhandenen Vermögen der Gesellschaft und dem in der Satzung bezeichneten Stammkapital, haftet der Gesellschafter in Höhe der Differenz. Soweit der Käufer jedoch eine noch aktive Gesellschaft übernimmt, reduziert sich dieses Risiko weitgehend Richtung Null.

Ein weiteres Risiko kann für den Gesellschafter in der „personellen Vermögensvermengung“ bestehen. Dabei geht es darum, dass am Markt mehrere verwechslungsfähige Unternehmen gegenüber den Geschäftspartnern auftreten und bei Abschluss eines Vertrages nicht klar zum Ausdruck gebracht wird, für welches Unternehmens das Geschäft abgeschlossen wurde.

Eine solche Situation kann, wenn eine bestehende GmbH gekauft wird und aus unternehmerischen Gründen schnell gehandelt wird, dann entstehen, wenn jemand zugleich als Einzelkaufmann tätig ist, eine GmbH erwirbt und vielleicht auch noch im Rahmen einer Betriebsaufspaltung selbst Inhaber eines Grundstücks, eines Gebäudes oder sonstiger Einrichtungen ist und diese der GmbH zum Geschäftsbetrieb überlässt.

Ergibt sich dann aus der Natur des Geschäfts nicht unmissverständlich, ob es für die GmbH, die Besitzgesellschaft oder für den Einzelunternehmer abgeschlossen wurde, muss der Gesellschafter mit der persönlichen Haftung rechnen. Beispiel: Er beauftragt die Dachreparatur für ein Gebäude, das ihm als Eigentümer gehört, aber von der GmbH als Betriebsgebäude genutzt wird. Die Haftung lässt sich nur vermeiden, wenn bei Vertragsabschluss klar zum Ausdruck gebracht wird, wer Vertragspartner sein soll.